The 10th German-Russian Week of the Young Researcher: Collaborating across borders during the pandemic

Am 14. Dezember 2020 war das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus Moskau (DWIH) erneut Plattform für den deutsch-russischen Dialog zu aktuellen Themen der Wissenschaftsgemeinden Deutschlands und Russlands.

Unter der Schirmherrschaft des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses Moskau (DWIH), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde das zehnte Jubiläum der „German-Russian Week of the Young Researcher“ gefeiert.

Die diesjährige Veranstaltung zum Thema „Collaborating across borders during the pandemic“ fand online und verkürzt statt.

Die Expertengemeinschaft sprach über die Bedingungen, unter denen momentan die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland stattfindet. Außerdem ging es darum, wie deutsche und russische Wissenschaftsorganisationen auf die Herausforderungen der Pandemie reagierten und wie in der aktuellen Situation junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Forschungsprozess eingebunden werden können.

Der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes Prof. Dr. Joybrato Mukherjee merkte an, dass des für den DAAD sehr wichtig ist, zu verstehen, welchen Einfluss die Pandemie auf junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat, da sie die Hauptzielgruppe der Förderprogramme des DAAD sind. Darüber hinaus drückte Prof. Dr. Mukherjee seine Hoffnung auf die baldige Wiederaufnahme persönlicher Treffen und physischer akademischer Mobilität aus. Er unterstrich aber auch, „dass diversifizierte Formate der Zusammenarbeit, darunter auch der digitale Austausch, unsere Zusammenarbeit nach der Pandemie noch effizienter machen können.“

Prof. Dr. Katja Becker, Professorin für Biochemie und Molekularbiologie und Präsidentin der DFG sprach sowohl in ihrer Begrüßung als auch im anschließenden Vortrag darüber, wie anhand von Covid-19 wissenschaftliche Forschung sich auf die Herausforderungen der Gesellschaft einstellt. Die Corona-Pandemie hat noch einmal die Notwendigkeit der Grundlagenforschung bestätigt, da deren Ergebnisse eine Schlüsselrolle in kritischen Momenten spielen können. Genau dies geschah mit den Ergebnissen der Grundlagenforschung, welche die Grundlage für die Erarbeitung eines der Impfstoffe gegen Covid-19 gelegt haben.

Die Veranstaltung fand in Partnerschaft mit der Russischen Stiftung für Grundlagenforschungen (RFBR), der Russischen Wissenschaftsstiftung (RSF) und der Deutschen Botschaft Moskau statt. Der Vorstandsvorsitzende der RFBR, Akademiker Prof. Dr. Wladislaw Pantschenko, der Generaldirektor der RSF Dr. Alexander Chlunow und die Gesandtin und Ständige Vertreterin des deutschen Botschafters Beate Grzeski traten mit Grußworten auf und betonten die Bedeutung und die reiche Tradition deutsch-russischer Wissenschaftsbeziehungen.

Im ersten Panel traten Prof. Dr. Olga Donzowa vom Beloserskij-Forschungsinstitut für physische und chemische Biologie der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität, Prof. Dr. Alexander Makarow, Direktor des Engelhardt-Instituts für Molekularbiologie der Russischen Akademie der Wissenschaften und Vorsitzender des Expertenrats der RSF mit einer keynote speech auf. Die Vortragenden richteten die Aufmerksamkeit der Zuhörerinnen und Zuhörer auf die positiven Effekte der aktuellen Situation. So stieg beispielsweise die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen während der Selbstisolation um ein vielfaches an. Gleiches gilt für die Nutzung digitaler Kommunikationsmittel, die es in Folge ermöglichten, mehr internationale Kolleginnen und Kollegen in die Projekte einzubinden.

Im zweiten Panel stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Russland gemeinsame Projekte vor und teilten ihre Erfahrungen der gemeinsamen Arbeit während der Pandemie und der Zeit geschlossener Grenzen.

Dr. Till Luckenbach vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ Leipzig und Prof. Maxim Timofejew, Direktor des Forschungsinstituts für Biologie der Staatlichen Universität Irkutsk berichteten von ihrem Projekt „Lake Baikal and Biological Effects of Global Change“.

Dr. Tonio Weicker und Dr. Wladimir Sgibnev vom Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig stellten gemeinsam mit Dr. Oxana Saporoschez von der Higher School of Economics das Projekt „Public Transport as Public Space – Prospects of Collaboration in the Humanities and Social Science between Russia and Germany“ vor.

Aleksandra Müller, Doktorandin an der RWTH Aachen und Nikolaj Bolschwakow von Polytechnischen Peter-der-Große-Universität St. Petersburg nannten ihr gemeinsames Projekt „Integration of BIM and Digital Shadow for Long-term Optimal Decision Support in Factory Planning“ scherzhaft ein „Kind der Pandemie“, da es mitten in der ersten Welle anlief.

Prof. Dr.-Ing. Silke Rossipal-Seifert von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf und Swetlana Tereschtschenko von der Universität für Forstwirtschaft St. Petersburg arbeiten zusammen am Projekt „Creating Public Space – Modern Approaches of Participation and Visualization“.

Die Zusammenarbeit hat auch in der Pandemie nicht nachgelassen. Das liege nicht zuletzt am Vertrauen, dass man einander entgegenbringe, fasste Andreas Hoeschen zum Schluss der Veranstaltung zusammen. Unbeschadet aller neuen digitalen Kommunikationswege bleibe der persönliche Kontakt weiterhin ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Wissenschaftskooperation.

Die „10th German Week of the Young Researcher“ war die Abschlussveranstaltung des Deutsch-Russischen Jahres der Hochschulkooperationen und Wissenschaft 2018-2020 und Teil des Programms des Deutschlandjahres in Russland 2020-2021.

Pressemitteilung auf Englisch. [pdf, 191,43 KB] Programm [pdf, 375,18 KB]

Die „German Week of the Young Researcher“ wurde 2011 im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres der Wissenschaft, Bildung und Innovation ins Leben gerufen. Seitdem findet sie einmal im Jahr in verschiedenen Regionen Russlands statt, um aktuelle Themen und gemeinsame Forschungsinteressen zu diskutieren, wie „Energie“ (2011), „Gesundheit“ (2012), „Luft- und Raumfahrt“ (2013), „Globale Geschichte“ (2014), „Diskrete Geometrie“ (2015), „Urbanismus“ (2016), „Computerbiologie“ (2017), „Chemie der Energiespeicherung“ (2018) und „Quantenwissenschaften (2019)”.

Sektion 1

Challenges for Science and Prospects of Joint Research for Germany and Russia

Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
Professor Dr. Katja Becker
Präsident des Deutschen akademischen Austauschdienstes (DAAD)
Professor Dr. Joybrato Mukherjee
Vorsitzender des Rates der Russischen Stiftung für Grundlagenforschung
Professor Dr. Vladislav Ya. Panchenko, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften
Generaldirektor der Russian Science Foundation
Dr. Alexander V. Khlunov
Belozerskij-Institut für Physikalisch-Chemische Biologie der Lomonosov-Universität (MGU), Mitglied des Rates der Russischen Stiftung für Grundlagenforschung
Professor Dr. Olga A. Dontsova, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften
Direktor des Engelhardt Instituts für Molekularbiologie der Russischen Akademie der Wissenschaften, Vorsitzender des Gutachterrates der Russian Science Foundation
Professor Dr. Alexander A. Makarov, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften

Präsentation [pdf, 1,96 MB] von Professor Dr. Alexander A. Makarov

Sektion 2

German-Russian Research Collaboration during the Pandemic

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Team Bioanalytische Ökotoxikologie
Dr. Till Luckenbach
Direktor des Forschungsinstitutes für Biologie der Staatlichen Universität Irkutsk
Professor Dr. Maksim Timofeev
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen - Abteilung Automatisierung und Steuerungstechnik
Aleksandra Müller, M. Sc
Doktorand, Leitender Ingenieur der Polytechnischen Universität Peter der Große in Sankt Petersburg
Nikolai Bolshakov
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf,  Fakultät für Landschaftsarchitektur  
Prof. Dr.-Ing. Silke Rossipal-Seifert
Leiterin der Internationelen Abteilung, Staatliche Universität für Forsttechnik St. Petersburg
Professor Dr. Svetlana Tereschenko

Informationen zur Veranstaltung

14. Dezember 2020, 12:00 bis 17:00 Uhr

Онлайн
Veranstalter: Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unter dem Dach des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses in Moskau (DWIH) in Moskau